8.11.07

vorschlag für architektur-diplomarbeit

so, nun ist es raus: der spiegel berichtet, dass die gewalt zwischen migranten und dt. mehrheitsbevölkerung in den städten zunimmt. aber was sind die stadtplanerischen implikationen?

die gewalt, so veranschaulicht der artikel, schwappt aus den klassischen "unruheherden" am rande der städte in bereiche über, die von der städtischen unterschicht und den "new urbanites", den stadtfreunden neuerer prägung, gemeinsam genutzt werden.

führt man die eingangs genannte diskussion fort, kommt man über kurz oder lang in das folgende dilemma: wie lässt sich das bunte leben in der stadt für die zahlungskräftige, postmaterielle oberschicht gestalten, ohne dass die unangenehmen beieffekte dieses stadtlebens -junkies, prügelnde jugendliche, glasscherben, spritzen, etc.- zur bedrohung werden?
eine teilantwort auf dieses problem gibt in diesem fall das kampfblatt der neuen oberschicht, die zeit: "wir gründen eine schule!" heißt es in einer neueren ausgabe. schon das titelbild zeigt, wer als zielgruppe angesprochen ist: die eltern jener schöner blonder mädchen, die lachend in die kamera blicken.

die abschreckende kulturelle heterogenität der öffentlichen schulen, die in der vergangenheit häufig bei der entscheidung gegen das stadtleben angeführt wurde, gilt durch die institution der privatschule als überwunden. aber reicht das?

ich glaube: nein, das reicht nicht. denkt man die soziale spaltung fort, so gibt es nur eine konsequenz -eine bauliche abschottung der reichen oberschicht im gleichzeitig innerstädtischen kontext. erste wohnungen dieses neuen typus können bereits in st. pauli bezogen werden. kostenpunkt: ca. 250000 euro.

die aufgabe: die typologie auf basis bereits bestehender projekte im intl. kontext weiterentwickeln, und in einer baulücke in st. georg implementieren. eine aufgabe mit zukunft!

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